Stolpersteine

Anfang Februar war es soweit. In Wilhelmshaven wurden die ersten Stolpersteine verlegt. Stolpersteine gibt es seit 1992.  Das sind kleine Gedenktafeln, im Boden eingelassen, die an das Schicksal der Menschen erinnern wollen, die in der Zeit des Nationalsozialismus (NS-Zeit) verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.

Eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der 11. Klasse der Cäcilienschule hat das Projekt vorangebracht. Sie recherchierten das Schicksal von fünf jüdischen Familien, von 20 Menschen, die Wilhelmshavener Bürger waren, hier lebten und wohnten, Teil der Gesellschaft waren, und nicht ahnen konnten, was sich Schlimmes entwickeln würde.

Fremdenfeindlichkeit ist ein Phänomen, das schon die Bibel kannte – und das sich immer neu formt und auftaucht dort, wo Menschen auf andere mit dem Finger zeigen, Hass schüren mit Worten und Gewaltakten, gegen eine Menschengruppe hetzen.

Mit Hilfe der sogenannten sozialen Medien ist das heute noch einfacher geworden. Vor allem auch deshalb, weil es unter Decknamen und anonym geschehen kann.

Die Botschaft der Bibel, die Botschaft des Jesus von Nazareth stellt sich dem entgegen, vielfach.  Mit am bekanntesten ist das Doppelgebot der Liebe:

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
Deinen Nachbarn, mit dem du in der Straße lebst.
Deinen Kollegen im Job, mit dem du zusammenarbeitest.
Den Menschen, der dich um etwas bittet, manchmal unvermittelt.
Und egal, wo er herkommt, wie er aussieht, was er glaubt und hofft, wen er liebt.

Oder mit einem Wort, das wir zu wenig hören:

Fremdenfreundlichkeit.

 

Stefan Stalling

 

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