HAVENKIRCHE
GEDENKEN
Im Gedenken
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Pastor Bernhard Busemann
1969 -2024
BERNHARD BUSEMANN
Januar 2023 spazierten Bernhard Busemann und ich am Südstrand. Wir machten Fotos für einen Neuanfang. Im November 2024 bekamen diese Bilder eine neue Dimension. Bernhard ist nach fast sieben Wochen im Koma gestorben. Sein Tod hat uns, die Mitarbeitenden in der Havenkirche, die Freunde, die Stadtgesellschaft und die Kirchenwelt durchgeschüttelt. Wir haben mit der trauernden Familie in einer großen Trauerfeier Abschied genommen. Mascha Kalekos Gedicht war auf einmal wieder Thema:
Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?
Nun sind schon zwei Jahre vergangen und Bernhard ist jeden Monat , jede Woche immer wieder Thema. Er fehlt. Wir drucken hier einige Erinnerungen aus der großen Trauerfeier ab. Die Ausschnitte stammen aus der Predigt und sind von KollegInnen aufgeschrieben:
Liebe Leute,
ich erzähle Euch etwas von Bernhard. Vor 23 Jahren entschieden wir uns für einem gemeinsamen Weg. Fast 22 Jahre haben wir zusammengearbeitet.
Höhen und Tiefen
Wer zusammenarbeitet, der kennt das-.
Aber wir haben verlässlich miteinander uns durchgeschlagen.
Manches mal brauchten wir Beratung.
Leute sagten, dann immer: Ihr seid wie ein altes Ehepaar.
Und wir sagten: Wir haben auch immer mal wieder Eheberatung.
Ich erzähle Euch nun etliches, was wir als Freunde, Kollegen Innen, Lebensbegleiter aufgeschrieben und gesammelt haben.
Bernhard hatte ein unglaubliches Grundvertrauen. Er hatte ein großes Feuer in sich, das für seine Familie brannte.
39 unglaubliche Jahre waren er und Petra ein Paar.
seit dem Sandkasten waren sie ein Paar .
Drei Töchter! Bernhard war sich bewusst, dass ihr drei (Tomma, Lena, Pia), dass ihr ein großes Geschenk wart und er hat alles dafür getan, dass es so bleibt.
Ich muss heute Abend unbedingt noch bei Benno vorbei, das wurde zum geflügelten Satz. Zum ersten Mal Opa.
wie man mit Menschen umgeht. Liebevoll, zugewandt, mit Würde, dialogisch, mit einer goldenen Brille, Menschen liebend eben.
Menschenfreund
So habe ich ihn dann immer wieder erlebt – in unserer gemeinsamen, aber leider viel zu kurzen Zeit … Dieses empathische Mitgehen, sich kümmern, schauen, was braucht der oder die andere gerade. Meine Familie: Antjes Tod Immer nah bei den Menschen sein und bei dem, was sie bewegt. Ein Kümmerer, ein Menschenfreund mit einem großen Herzen, das war Bernhard.
Gott lacht lauthals über seine Witze.
Musik –
Musik ist eine große Liebe für ihn.
Töne zaubern und genießen.
Einfach so für sich selbst.
Mit euch, in der Familie, wunderschön und verbindend.
In der Kirche, mit der Gitarre überm Talar.
Im Seniorenausflugsbus. Am Lagerfeuer in Wildflecken.
Und in der Kita: Gottes Liebe ist so wunderbar …
Musik:
Mal ist sie laut und begeistert.
Und so oft voller Humor:
Wenn er plötzlich anfängt, aus irgendwelchen Sätzen Lieder zu machen,
den größten Quatsch vor sich hin zu singen.
Und du kannst nicht anders als zu lachen.
Horch mal in dich hinein.
Hast du ein Lied, das du gerade mit ihm verbindest?
Vielleicht summst du es in nächster Zeit öfter.
Fröhlich, wie er so oft, oder voller Vermissen.

(Nicht) ganz von dieser Welt
Ein Pastor, mal ganz von dieser Welt. Damit konnte er spielend leicht anknüpfen im Leben der Menschen, echt Bernhard. Berührend und aufrichtig.
„Wir bleiben dran…“ Wie viele E-Mails und Sprachnachrichten von Bernhard enden so. Manchmal hörte er das Gras wachsen, war mit seiner Sorge Schritte voraus. Manchmal konnte und wollte er hinter einer Sache keinen schnellen Haken machen.
Da musst du dranbleiben, verbindlich, zuverlässig, gründlich, Bernhard-Style.
Einer, mit Draht nach oben eben.
Wildflecken
Vor 23 Jahren war das Wildflecken Feuer in dieser Stadt fast erloschen,
ich habe versucht es wieder anzufachen,
in die Glut zu pusten,
Dich dafür zu gewinnen,
war nicht schwer.
Feuer machen für Kinder und Jugend,
das hat uns verbunden.
Ich brauche morgens erstmal Zeit und einen Kaffee,
du aber bist von 0 auf 100 mit anstrengend guter Laune
brauchst dazu nicht mal nen Tee,
Wir haben uns auch mal gestritten
über den Weg der Wildflecken Camps
aber streiten war schwer mit dir.
Dafür warst du zu harmonisch.
Herzweben
Bernhard war wahrlich nicht eitel. Was seine Klamotten und Kleidung anging, war er vollkommen offen. Legendär, seine blaue Jacke und sein gelber Wildflecken-Pullover. Alle zwei Jahre ging er zu Leffers, setzte sich in eine Umkleide und sagte zum Verkäufer, (den er natürlich kannte, wie gefühlt 70 % der Menschen in WHV): ich brauche zwei Jeans, eine schwarze Hose und drei Hemden. Nach einer halben Stunde war alles abgefrühstückt.
Projekt Herz weben. In ein 5m langes Tuch hat die Weberin Dina Kleidungsstücke von mehr als 60 Menschen eingewebt. Bernhard blaues kariertes Hemd ist das vorletzte Stück. Wir hätten so gerne darauf verzichtet. Wir hätten ihm so gerne noch Leben gewünscht. Nun ist er uns vor Augen mit einem Streifen seines Hemdes, das wir so oft gesehen haben. Eingewebt in Gottes Welt. Wir sind so glücklich, dass er ein Teil unserer Welt war und er uns von den Farben Gottes erzählen konnte.
Als letztes Stück des Tuches haben wir seine Regenbogen-Stola eingewebt. Sie schließt das Tuch ab. Der Regenbogen als Bund Gottes. Was für ein Zeichen. Das Versprechen Gottes, ich bin bei euch auf und in dieser Welt. Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.
Ihr Lieben, so viele Gezeitenwechsel, hätten wir Bernhard noch gewünscht.
Danke, dass ihr uns zugehört habt.

Friederike Bohlen-Janßen
Abschied von Friederike Bohlen-Janßen
Deine Augen sahen mich und alle Tage waren in dein Buch geschrieben
Am 21. Februar haben wir uns in der Christus- und Garnisonkirche von Friederike Bohlen–Janßen verabschiedet. Friederike oder Rika oder Rike hat fast 35 Jahre das Leben in der Gemeinde um die Christus- und Garnisonkirche mitgeprägt. Noch in der Zeit von Dieter Waschek, Pastor am Jochen-Klepper-Haus, nahm sie den ersten Kontakt auf. Durch die Söhne, die in den Christus-Kindergarten gingen, wurde ihre große Zuneigung zu dieser Gemeinde geweckt. Unter den Nachfolgern von Waschek entwickelte sie sich zu einem festen Bestandteil des engagierten Gemeindekirchenrates. Mit großer Selbstverständlichkeit und Freunde am Gestalten unterstützte sie den Kulturwechsel in dieser Gemeinde. Die Gemeinde etablierte sich zu einem Aushängeschild der besonderen Projekte. Friederike und der Gemeindekirchenrat unterstützten diese Veränderung. Sie selbst wurde die Vorsitzende des Kindergartenausschusses. Auch in der KIGA-AG war sie präsent und es gehörte zu ihrer Arbeit, dass sie bei allen Verhandlungen und Weiterentwicklungen konstruktiv mitgestaltete.
60 Jahre war sie mit ihrem Werner zusammen. Ihre Sommeradresse war einfach zu merken: Jedes Jahr fuhr sie nach Norderney auf den Campingplatz. Sie war schlagfertig und nahm sich immer mal wieder die kleine oder große Irritation raus. Ihre Weihnachtsmütze gehörte gefühlt über 20 Jahre zur Adventszeit dazu. Als sie in den letzten Jahren immer weniger wurde, da blieb der Gottesdienst ein wichtiger Ort für sie. So war sie noch beim Gründungsgottesdienst am 28. Januar dabei, als ihre Gemeinde einen neuen Weg einschlug. Wir haben uns von ihr verabschiedet. Sie ist 83 Jahre alt geworden. Wir sind dankbar, dass wir sie kennenlernen durften und dass sie uns Zeit geschenkt hat.
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Friederike Bohlen-Janßen
1940 - 2024
Wir sind traurig.
Friederike Bohlen-Janßen war sehr lange Zeit die Vorsitzende des Kindergarten-Ausschusses der Christus- und Garnisonkirche.
Unsere Kindertagesstätten waren ihr ein Herzensanliegen. Sie hat „ihre“ beiden Häuser nach innen und außen mit sehr viel Engagement, der notwendigen Hartnäckigkeit und, wenn es passte, humorvoll vertreten.
Charmant und beharrlich vertrat sie in Gremien und Arbeitskreisen die Interessen aller Kindertagesstätten und aller Familien mit Kindern.
So - wie sie war - werden wir uns gerne an sie erinnern.
Ihrer Familie gilt unser Mitgefühl


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